Archiv für November 2008

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Countdown

November 28, 2008

Es gibt wenig Neuigkeiten. Bislang gab es keine nennenswerten Nebenwirkungen der Chemotherapie. Und wer weiß, vielleicht lässt Y. tatsächlich die meisten Nebenwirkungen und Spätfolgen da, wo sie hingehören: In die Mülltonne.

Zunächst lag er ja mit einem Elternteil allein in einem Zimmer. Diese Zeiten sind leider vorbei. Die Kinderkrebsstation wird gerade aufwendig renoviert, in dieser Zeit musste die Station in einen anderen Teil des Krankenhauses ziehen.

Die Anzahl der verfügbaren Zimmer ist daher begrenzt.

Gestern Abend habe ich Y. und J. im Kh besucht. Die Situation war schon etwas witzig: Ich hatte für J. ein Buch gekauft und überreichte es im KH. Reaktion von Yannick: „Und wo ist mein Geschenk?“.

Ich habe nur kurz auf seinen sehr überfüllten Nachtschrank gewiesen und gefragt, wo er denn weitere Geschenke verstauen möchte.  Hilfe, kommt mir ja sehr bekannt vor. Nach dem Tod meines Mannes nahmen meine Kinder irgendwann an, dass jeder Besucher zwangsweise Geschenke  für sie mitbringen müsste.

War ganz schön schwierig, sie wieder auf den Pfad der Normalität zurück zu führen. Doch wie sieht der Mittelweg aus? Mit Geschenken überladen ist kontraproduktiv, so meine Überzeugung. Andererseits fühlt man (ich auch) eine gewisse Hilflosigkeit, wenn Personen aus dem nahen Umfeld schwer erkranken. Die Krankheit kann man nicht abnehmen, auch nicht die Trauer oder die Sorgen. Aber man möchte doch ein klitzekleines bisschen dazu  beitragen, dass es dem Betreffenden besser geht.

Grundsätzlich, so denke ich, ist gegen eine kleine Freude nichts einzuwenden. Doch wo ist die obere Grenze? Müssen alle Wünsche sofort, umgehend, in der  bestmöglichen Qualität  erfüllt werden?  Gilt der vollkommene Ausnahmezustand? Oder kann man  es  auch  Kranken zumuten, auf das eine  oder andere Teil zu warten oder gar zu verzichten?

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Die Woche zieht sich

November 27, 2008

Donnerstag… Freitag… Sonnabend… Ich freue mich gerade wie wahnsinnig auf Sonnabend.

Da ist Jürgens Krankenhausturnus um. Ganz egoistisch hoffe ich, dass Yannick mit dem Wechsel Mama – Papa so halbwegs zufrieden ist.

Dass keine Komplikationen dazwischen kommen…

Dass wir so ein bisschen Normalität spielen können… Mir fehlt die Nähe, mir fehlen die Gespräche. Man kann seine Erlebnisse, Gefühle schlecht in 5 Minuten verpacken. Meist läuft es auf ein geballtes Weitergeben stark komprimierter Informationen hinaus: „Alles gut? Yannick ok? Ich liebe dich.“

Gestern bemerkte ich, dass ich wieder in diesen merkwürdigen Krankheit-Ausnahme-Zustand hineingerutscht bin. Es ist dieses Leben im Augenblick. Es ist nicht wirklich schlecht, im Gegenteil, es ist sehr intensiv.

In meiner Mittagspause ging ich schnell in die Stadt, um Essbares zu besorgen. Kälte, Wind, Regen – typisches Nordwetter. Ich fröstelte, wünschte mir eine zweite Jacke und Schal und Mütze und Handschuhe herbei. Winzig kleine Wasserpartikel kühlten mein Gesicht. Ich konnte spüren, fühlen, hörte das Summen der unzähligen Menschen in der Stadt. Es erdete.

Es geht ja weiter. Einen Schritt und noch einen Schritt und noch einen Schritt und irgendwann ist das Ende der Straße, des Weges erreicht. Wenn man nach vorne schaut, mit zusammen gekniffenen Augen versucht, das Ende des Weges zu sehen, verzweiflet man mitunter. So weit weg, nicht zu sehen, Kurven, Abzweigungen. Also den Blick, die Aufmerksamkeit einfach auf den nächsten Schritt richten. Auf die Nieseltröpfchen im Gesicht und den darüber streichenden Wind.

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Hello world!

November 27, 2008

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